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02. Dezember 2003

 

 

 

 

 

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Der neue Astra - großes Platzangebot durch intelligentes Packaging


 


Photo: Opel

  • Entwicklungsziel: optimale Raumausnutzung

  • Langer Radstand bildet Basis für langen Innenraum

  • Kompakte Hinterachse ermöglicht niedrigen Schwerpunkt und agiles Handling

Rüsselsheim - 4,25 Meter Länge, 1,75 Meter Breite, 1,46 Meter Höhe und 2,61 Meter Radstand - der neue Opel Astra verfügt über Abmessungen, die zu den großzügigsten seiner Klasse gehören. In der Höhe hat er um 35, in der Breite um 44 und in der Länge um 139 Millimeter gegenüber dem Vorgängermodell zugelegt. Insbesondere beim Schulterraum vorne und hinten und bei der Kopffreiheit hinten ergibt sich ein spürbares Plus. Die ohnehin schon gute Beinfreiheit für die Astra-Fondpassagiere konnte nochmals um 17 Millimeter vergrößert werden. Auch für das Gepäck hält der neue Astra viel Platz bereit: Mit 350 Litern (VDA, mit Notlauf-Reserverad) gehört er hier wieder zu den Klassenbesten. Der Schlüssel für die großzügigen Platzverhältnisse im Astra-Innenraum liegt - neben dem langen Radstand - in einem intelligenten Packaging.

Was genau ist eigentlich Packaging? Frank Leopold, Leiter der Fahrzeugauslegung und Innovationsgruppe im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) von Opel definiert die Aufgabe seiner Abteilung so: "Unser Job ist es, die vorhandenen Räume zwischen den technischen Komponenten, der Passagierzelle und dem Gepäckabteil optimal aufzuteilen, so dass unsere Kunden den größtmöglichen Nutzen davon haben".

Die Aufgabenstellung, dem neuen Astra - gegen den Trend in der Kompaktklasse - nicht die Gestalt eines kleinen Vans zu geben, sondern einen dynamischen Kompaktwagen mit großzügigem Platzangebot zu kreieren, machte es für Leopold und sein 28-köpfiges Team besonders reizvoll, die besten Packaging-Lösungen zu finden. Dabei konnten die Experten auf den langen Radstand von 2.614 Millimetern als Basis für einen großen Innenraum bauen.

Die Packaging-Wirkungskette beginnt bei den Motoren und baut sich von hier aus auf, erklärt Frank Leopold. Bei der Planung gilt es nicht nur, den Platzbedarf der Aggregate und Getriebe zu berücksichtigen, sondern auch deren Bewegungen bei einer Frontkollision. Als Stirnwand - trennendes Element zwischen Motor- und Innenraum - dient im Astra und anderen Opel-Modellen nicht einfach eine plane Tafel, sondern ein komplexes Blechteil mit zahlreichen Rücksprüngen, dank derer sich die Wand weit vorn montieren lässt. Der gewonnene Platz kommt voll dem Innenraum zugute.

Im Motorraum sind alle Komponenten sehr eng angeordnet; ein Hauptbaustein in diesem Puzzle ist der großvolumige Bremskraftverstärker. Er ist mit dem Bremspedal gekoppelt und darf dieses bei einem Frontalaufprall nur geringfügig in den Innenraum schieben. Die Lage der Pedale gilt, so Leopold, als zentraler Parameter für das Packaging: " Ein Mann von 1,90 Metern Körpergröße sitzt auf dem Fahrersitz ganz hinten und unten, eine 1,55 Meter große Frau weit vorn und mittelhoch. Wir müssen dafür sorgen, dass auch sie das Kupplungspedal ohne Mühe durchtreten kann und zugleich in der Lage ist, in einem Winkel von mindestens 6,7 Grad über die Motorhaube zu blicken, damit sie auch den Bereich unmittelbar vor dem Fahrzeug erkennen kann. Aus dieser Spanne definieren wir den Bereich, in den wir den Hüftpunkt - den Drehpunkt zwischen Rumpf und Beinen - der vorderen Sitze legen". Der Hüftpunkt beschreibt die Positionierung der Person im Auto als Ausgangsbasis für alle Abstandswerte, wie beispielsweise zum Schaltknauf oder der Pedalerie.

Die so genannte 50-Prozent-Frau und der 98-Prozent-Mann dienen bei Opel als virtuelle Autofahrer in der Entwicklung - ebenso wie von über 50 anderen Personentypen sind ihre Maße gescannt und in einem Programm namens Ramsis abgelegt. Ramsis (Rechnergestütztes anthropologisch-mathematisches System zur Insassen-Simulation) ist ein High-Tech-Werkzeug, mit dessen Hilfe Leopolds Kollegen aus der so genannten Sitzgruppe alle Maßverhältnisse und Bedienkräfte im Fahrzeuginneren am Computer simulieren können, lage bevor der erste Prototyp gebaut ist. Auf Fragen wie "Stört die Dekorleiste in der Türverkleidung das angewinkelte Knie des Fahrers?" findet Ramsis schnell die Antwort und erspart damit den Zeit raubenden Bau von Modellen.

"Der Innenraum des neuen Astra sitzt wie ein guter Schuh, er bietet die typischen Wohlfühlmaße", sagt Frank Leopold. Dabei bietet er gegenüber dem Vorgänger noch mehr Tragekomfort, nicht nur, weil er in der Breite um bis zu 30 Millimeter gewachsen ist. So schaffen die vergleichsweise aufrecht stehenden Seitenfenster ein angenehm luftiges Raumgefühl auf Höhe der Augen. Und das leicht angehobene sowie stark verlängerte Dach trägt zum Zuwachs der Kopffreiheit bei - in der Höhe kommen gegenüber dem Vorgängermodell zehn, in der Länge vierzig Millimeter dazu. In Sachen Komfort profitieren die Passagiere auf der Rückbank des neuen Astra jetzt zudem von einem zwei Zentimeter größeren Schulterabstand.

Die großen Fondtüren mit ihrer speziellen hinteren Ausformung erlauben einen komfortablen Zustieg ohne Anstoßgefahr für den Hinterkopf und erleichtern die Montage von Kindersitzen. Ihre langen Scheiben verbessern den Ausblick für die hinteren Passagiere und gleichzeitig die Rundumsicht des Fahrers; hier wirken sich auch das vergrößerte Heckfenster und die leicht angewinkelt stehenden A- und C-Säulen positiv aus. Zu diesen messbaren Zugewinnen im Innenraum kommen clevere Tricks: Die gerundeten Übergänge vom Cockpit in die Türverkleidungen, der flächige Aufbau der Mittelkonsole, die horizontalen Dekorleisten, die beiden optisch zusammengefassten mittleren Lüftungslamellen und die flach liegenden Türzuziehgriffe sind Elemente, die das objektive Empfinden von Weite und Großzügigkeit subjektiv noch verstärken.

Massives Höhenwachstum war bei der dynamischen Ausrichtung des neuen Astra in den Packaging-Planungen von vorneherein ausgeschlossen. "Mit Agila, Meriva und Zafira haben wir bereits drei Raum-Autos im Portfolio", erklärt der Packaging-Chef, "der Astra hingegen ist ein betont fahraktives Modell. Für sein agiles Handling benötigten wir einen niedrigen Schwerpunkt". Das Platz sparende Layout der Hinterachse kam den Entwicklern dabei entgegen. Die verfeinerte Torsionslenker-Konstruktion ist so kompakt ausgelegt, dass Leopold und seine Kollegen den Kraftstofftank tief zwischen den Rädern anordnen und dementsprechend die Rückbank ebenfalls tief platzieren konnten. Das vermittelt den Passagieren ein Gefühl von Geborgenheit und senkt die Schwerpunktlage des Fahrzeugs weiter ab. Ein weiterer Vorteil der kompakten Hinterachse: Unter dem völlig ebenen Astra-Kofferraumboden findet auch ein vollwertiges Ersatzrad Platz.

(26. November 2003)


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