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Auto News: 19. Dezember 2001
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100 Jahre Bosch-Kerze - Initialzündung für die rasante Verbreitung des Automobils

Stuttgart - Vor bald 100 Jahren präsentierte Bosch erstmals eine Zündkerze in Kombination mit einem Hochspannungs-Magnetzünder. Das Unternehmen erhielt am 7. Januar 1902 ein Patent auf dieses epochale System. Die zuverlässige Zündung für immer höher drehende Motoren löste endgültig das "Problem der Probleme" (Carl Benz über die Zündung) der frühen Automobiltechnik. So brachte die Zündkerze zusammen mit industriellen Fertigungstechniken den Durchbruch zur stark wachsenden Kraftfahrzeugproduktion der folgenden Jahrzehnte. Damit wurde das Automobil erschwinglich für Jedermann.

Heute trägt die stetig weiterentwickelte Bosch-Kerze als wichtige Systemkomponente wesentlich zur sparsamen, sauberen und effizienten Kraftstoffverbrennung sowie zur sicheren Funktion von Motor und Katalysator bei. Dabei ist trotz ihres großen Leistungszuwachses die Standzeit von Standard-Zündkerzen heute mit circa 20 000 bis 30 000 km etwa 20 bis 30 Mal höher als bei den Zündkerzen vor etwa neunzig Jahren - spezielle Ausführungen halten sogar 100 000 km.

Solche Kerzen erzeugen während ihrer Laufzeit weit über 20 Millionen Zündfunken, Standard-Kerzen mit 20 000 km Lebensdauer circa vier Millionen. Dies geschieht bei einer Motordrehzahl von 4000 Umdrehungen durchschnittlich 30 Mal pro Sekunde. Jede Zündung setzt die Kerze extremen Belastungen aus. Denn unter den außerordentlichen Bedingungen im Motor-Brennraum steigt binnen Sekundenbruchteilen die Temperatur von 100 auf 1000 Grad Celsius. Durch die explosionsartige Verbrennung des Kraftstoffs ist die Zündkerze immer wieder blitzartig einem Druck bis zu 100 bar ausgesetzt. Zudem muss sie dabei dem chemisch sehr aggressiven Gemisch von Benzindämpfen, Verbrennungsgasen sowie Rückständen aus Benzin und Öl standhalten. Trotz der extremen Anforderungen muss die Zündkerze aber jedes Mal korrekt zünden.

Mehr als 1250 Varianten der Funkenspender, von streichholzkurzen für Rasenmäher bis bleistiftlangen für Groß-Gasmotoren, mit allein 26 verschiedenen Elektrodenauslegungen sind aktuell im Bosch-Programm. Viele moderne Motoren haben ihre maßgeschneiderte Zündkerze.

In 100 Jahren entwickelte Bosch weit mehr als 20 000 Typen. Nicht verwunderlich, dass es in den USA sogar eine Vereinigung der Zündkerzensammler mit über 1000 Mitgliedern gibt. Das Thema war aber schon in den 1930er Jahren so vielfältig, dass Bosch damals ein 160 Seiten starkes Zündkerzen-Lexikon herausbrachte.

Im ersten Produktionsjahr fertigte Bosch einige Zündkerzen täglich, heute sind es allein im Werk Bamberg eine Million Stück pro Tag, die aus 29 Tonnen Stahl, 1,8 Tonnen Nickel, 0,7 Tonnen Kupfer, 15 Kilometer Nickeldraht und 2,5 Kilogramm Platin für Kerzengehäuse und Elektroden sowie aus 20 Tonnen Tonerde für die weißen Isolatorkörper hergestellt werden.

Neben Bamberg produzieren für lokale Märkte und Automobilhersteller Fertigungsstätten in Indien, Brasilien, China und Russland Zündkerzen nach den international gültigen Bosch-Qualitätsstandards. Weltweit fertigt das Unternehmen jährlich über 350 Millionen Stück. In hundert Jahren waren es insgesamt weit über sieben Milliarden Zündkerzen. Aneinander gelegt ergäben sie eine Kette, die mehr als 350 000 Kilometer weit reichte - bis zum Mond.

(14. Dez. 2001)

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