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Auto News: 14. März
2002
Johnson Controls wendet erstmals In-Mold Graining für Instrumententafeln an: Verschiedene Narbungen auch an scharfen Kanten Burscheid - Eintönige Muster auf den Oberflächen von Instrumententafeln gehören künftig der Vergangenheit an: Johnson Controls, eines der weltweit größten Unternehmen in der automobilen Innenausstattung, hat die sogenannte In-Mold Graining-Technologie für die Gestaltung von Cockpits und Türverkleidungen weiterentwickelt. Mit dem Verfahren ist es möglich, in einem Arbeitsschritt verschiedene Narbungen nebeneinander auf die Oberfläche zu prägen. Johnson Controls ist das erste Unternehmen, das diese Technologie für größere Oberflächen zur Serienreife bringt. In-Mold Graining ist ein Kaschierverfahren, bei dem die in der Automobilindustrie häufig genutzte thermoplastische Polyolefin-Folie (TPO) ihre Oberflächenstruktur durch ein speziell genarbtes Werkzeug erhält. Die ungeprägte Folie wird mit Hilfe eines Vakuums im Werkzeug geformt und geprägt. Im selben Arbeitsschritt wird das Material auf den Träger kaschiert. So lässt sich ein Verzerren der Narbung an scharfen Kanten, wie es bei Verfahren mit vorgeprägten Folien und Häuten vorkommen kann, vermeiden. Um eine weiche Haptik zu erzeugen, nutzt Johnson Controls TPO-Schaumfolie. Eine Kombination der Technologie mit herkömmlichen Schaumverfahren ist ebenfalls möglich. Mit In-Mold Graining lässt sich die Umsetzung von gegenwärtigen Trends im Innenraumdesign optimieren. Gewicht einsparen mit recyclingfähigen Materialien In Verbindung mit leichten Trägermaterialien ermöglicht das Verfahren, das Gesamtgewicht des Cockpits zu reduzieren. Um diesen Effekt optimal auszunutzen, setzten die Ingenieure von Johnson Controls für die Instrumententafel des Konzeptfahrzeugs Etimos als Trägermaterial Fibrit ein. Fibrit ist ein besonders leichter Naturfaser-Werkstoff, der zu etwa 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Grundsätzlich ist es aber möglich, In-Mold Graining auch in Verbindung mit anderen Trägermaterialien zu nutzen. Ein weiterer Pluspunkt für In-Mold Graining ist die positive Auswirkung auf die Umwelt. Die beim Verfahren genutzte TPO-Folie enthält kein PVC und kann mit relativ geringem Aufwand vom Trägermaterial getrennt und werkstofflich wiederverwendet werden. Die Wahl von Fibrit als Trägerwerkstoff erhöht die Umweltverträglichkeit zusätzlich: Naturfasern sind nachwachsende Rohstoffe und hinterlassen bei der Entsorgung keine umweltschädlichen Rückstände. Wird ein Trägermaterial verwendet, das im chemischen Aufbau der TPO-Folie ähnlich ist, lässt sich die Instrumententafel vollständig in einem Arbeitsschritt recyclen. Johnson Controls konzipierte das In-Mold Graining-Verfahren als Alternative zu den bislang üblichen Kaschiertechnologien, die für Instrumententafeln der Mittelklasse verwendet werden. Erstmals für die Serienproduktion eingesetzt wird das Verfahren bei dem Modell eines europäischen Kunden, das 2004 auf den Markt kommt. (27. Feb 2002) [Home] [ News] [ Diskussion] [ Kalender] [ Jobs] [ Travel & Golf] |