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Schrempp sieht in der Brennstoffzelle den vielversprechendsten der alternativen Antriebe.
"Die Brennstoffzelle hat einen weitaus höheren Wirkungsgrad als der
Verbrennungsmotor. Sie ist sowohl mobil als auch stationär einsetzbar, kann mit
regenerativen Kraftstoffen betrieben werden und hat das Potenzial, zum alternativen
Antrieb der Zukunft zu werden," sagte Schrempp. Rund zwei Mrd. DM will der Konzern
bis 2004 in die Entwicklung dieses Antriebs investieren.
Laut Schrempp ist das Energieproblem eine der zentralen
Heraus-forderungen für die Menschen, weil Energie die Chance bietet, andere Probleme
gleich mit zu lösen. Als Beispiel nannte er Wasser, das sich aus Meerwasser in
ausreichender Menge - aber nur unter Einsatz von Energie, gewinnen lässt -, den Hunger
sowie den Umwelt- und Klimaschutz.
Schrempp zitierte neutrale Beobachter, die in den nächsten Jahren
weitere Nachfragesteigerungen nach fossilen Brennstoffen voraussagen, was zu weiter
steigenden Ölpreisen führen werde. Damit entstünde die Gefahr, dass Energie zum
Luxusgut für Wohlhabende und der Gegensatz zwischen Arm und reich auf der Welt sich
verschärfen würde.
Er rief die rund 3300 Teilnehmer des Weltingenieurtags in Hannover
und die Ingenieure der ganzen Welt auf, sich über das Internet zu organisieren und ohne
Rücksicht auf nationale Grenzen an der Sicherung der Energie für die Zukunft zu
arbeiten.
In seiner Rede setzte sich Schrempp intensiv mit der derzeitigen,
besonders in den USA geführten Diskussion um zukünftige Gefahren der technologi-schen
Weiterentwicklung auseinander. Eine der Triebfedern dieser Diskussion ist Bill Joy,
Chefingenieur des amerikanischen Software-unter-nehmens Sun Microsystems.
Schrempp wies darauf hin, dass man bei der Einschätzung künftiger
Entwicklungen nicht danach fragen dürfe, was passieren werde, sondern was passieren
könne. "Entscheidend ist es dabei, gut vorbereitet zu sein und schnell zu
reagieren". Er distanzierte sich von der "2-Lager-Theorie", dem Disput
zwischen Euphorikern und Apokalyptikern. Schrempp verwies ausdrücklich auf die Fähigkeit
des Menschen, an den ethisch geleiteten Willen der Ingenieure, die Herausforderungen der
kommenden Dekaden anzupacken und für die Menschen und Umwelt zu gestalten.
(19.06.2000) |