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Auto News: Juni 21, 2000
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Erste Brennstoffzellen-Fahrzeuge von  DaimlerChrysler bereits in zwei Jahren am  Markt
  • Jürgen Schrempp ruft Ingenieure zum globalen Handeln  auf
  • Sicherung der Energie für die Zukunft ist drängendes Problem der Menschheit
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Hannover/Stuttgart - In nur noch zwei Jahren wird DaimlerChrysler als weltweit erster Fahrzeughersteller mit Brennstoffzellenfahrzeugen an den Markt gehen. Dann werden die ersten Stadtbusse mit Brennstoffzellen-antrieb ausgeliefert. Im selben Jahr wird eine stationäre Brennstoff-zelle der Konzerntochter MTU Friedrichshafen für das DaimlerChrysler-Werk im amerikanischen Tuscaloosa Strom liefern. Und weitere zwei Jahre später starten die ersten Pkw mit Brennstoffzelle. Das kündigte Jürgen E. Schrempp, Vorstandsvor-sitzender der DaimlerChrysler AG, auf dem Weltingenieurtag in Hannover an.

Schrempp-Juergen

Jürgen Schrempp

Photo: DaimlerChrysler

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Schrempp sieht in der Brennstoffzelle den vielversprechendsten der alternativen Antriebe. "Die Brennstoffzelle hat einen weitaus höheren Wirkungsgrad als der Verbrennungsmotor. Sie ist sowohl mobil als auch stationär einsetzbar, kann mit regenerativen Kraftstoffen betrieben werden und hat das Potenzial, zum alternativen Antrieb der Zukunft zu werden," sagte Schrempp. Rund zwei Mrd. DM will der Konzern bis 2004 in die Entwicklung dieses Antriebs investieren.

Laut Schrempp ist das Energieproblem eine der zentralen Heraus-forderungen für die Menschen, weil Energie die Chance bietet, andere Probleme gleich mit zu lösen. Als Beispiel nannte er Wasser, das sich aus Meerwasser in ausreichender Menge - aber nur unter Einsatz von Energie, gewinnen lässt -, den Hunger sowie den Umwelt- und Klimaschutz.

Schrempp zitierte neutrale Beobachter, die in den nächsten Jahren weitere Nachfragesteigerungen nach fossilen Brennstoffen voraussagen, was zu weiter steigenden Ölpreisen führen werde. Damit entstünde die Gefahr, dass Energie zum Luxusgut für Wohlhabende und der Gegensatz zwischen Arm und reich auf der Welt sich verschärfen würde.

Er rief die rund 3300 Teilnehmer des Weltingenieurtags in Hannover und die Ingenieure der ganzen Welt auf, sich über das Internet zu organisieren und ohne Rücksicht auf nationale Grenzen an der Sicherung der Energie für die Zukunft zu arbeiten.

In seiner Rede setzte sich Schrempp intensiv mit der derzeitigen, besonders in den USA geführten Diskussion um zukünftige Gefahren der technologi-schen Weiterentwicklung auseinander. Eine der Triebfedern dieser Diskussion ist Bill Joy, Chefingenieur des amerikanischen Software-unter-nehmens Sun Microsystems.

Schrempp wies darauf hin, dass man bei der Einschätzung künftiger Entwicklungen nicht danach fragen dürfe, was passieren werde, sondern was passieren könne. "Entscheidend ist es dabei, gut vorbereitet zu sein und schnell zu reagieren". Er distanzierte sich von der "2-Lager-Theorie", dem Disput zwischen Euphorikern und Apokalyptikern. Schrempp verwies ausdrücklich auf die Fähigkeit des Menschen, an den ethisch geleiteten Willen der Ingenieure, die Herausforderungen der kommenden Dekaden anzupacken und für die Menschen und Umwelt zu gestalten.

(19.06.2000)