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Auto News: 14. März 2001


 


Markteinführung von Brennstoffzellenautos für 2010 geplant

Ford Focus FCV

Photo: Ford

Ford präsentierte auf technischem Workshop Antriebstechnologien der Zukunft

KÖLN/AACHEN - Ford wird im Jahre 2004 eine limitierte Anzahl serienreifer Brennstoffzellen-Autos produzieren, die weltweit erprobt werden und außerdem auf Leasingbasis zu Testzwecken an Kunden weitergegeben werden können. Die Vermarktung von serienreifen Brennstoffzellenfahrzeugen plant Ford nicht vor dem Jahr 2010. Parallel dazu treibt der Konzern die Entwicklung von Fahrzeugen mit anderen alternativen Antrieben voran, ohne dabei jedoch den herkömmlichen Verbrennungsmotor außer acht zu lassen. Entwicklungspotenzial sieht das Unternehmen in diesem Zusammenhang vor allem auch beim direkteinspritzenden Ottomotor.

Dies sind Kernbotschaften eines technischen Workshops, zu dem Ford über 100 Fachjournalisten aus 18 europäischen Ländern in das Ford Forschungszentrum Aachen (FFA) eingeladen hatte. Im Mittelpunkt standen dort zwei Antriebstechnologien mit großem Zukunftspotenzial: die Brennstoffzelle sowie der direkteinspritzende Ottomotor. Die entsprechenden Fahrzeuge - ein Ford Focus FCV (Brennstoffzelle) und ein Ford Fiesta (direkteinspritzender Ottomotor) - waren für Testfahrten verfügbar.

Brennstoffzelle

Der Ford Focus FCV (FCV = Fuel Cell Vehicle) ist ein voll nutzbarer 5-Sitzer auf Basis des Ford Focus, dem meistverkauften Kompaktfahrzeug der Welt. Der Ford Focus FCV wird von der neuesten Brennstoffzellengeneration angetrieben, die Ford in enger Kooperation mit dem kanadischen Unternehmen Ballard Power Systems entwickelt hat. Sie wird derzeit in Kalifornien unter Praxisbedingungen erprobt. Weitere Kooperationspartner sind die Ford-Unternehmen XCELLSiS (Brennstoffzellen-System) und Ecostar (elektrisches Antriebssystem).

Der Ford Focus FCV bezieht seine Energie direkt aus Wasserstoff, der, auf ca. 250 bar komprimiert, direkt an Bord des Fahrzeugs gespeichert ist - und nicht etwa erst im Auto aus Kraftstoffen wie z. B. Methanol reformiert, d. h. gewonnen wird. Der Wasserstoff reagiert mit dem Sauerstoff der Luft. Die dabei freiwerdende Energie wird in elektrische Energie (Strom) umgewandelt, und zwar mit einem sehr hohen Wirkungsgrad von über 90 Prozent. Der Strom treibt einen Elektromotor an und dieser wiederum das Fahrzeug (maximale Leistung des Ford Focus FCV: 65 kW; maximales Drehmoment: 190 Nm; Höchstgeschwindigkeit: ca. 130 km/h).

Bei dieser direkten Umwandlung von chemischer in elektrische Energie, der sogenannten "kalten" Verbrennung, entsteht als einziges Nebenprodukt Wasserdampf. Der Ford Focus FCV ist also ein Null-Emissions-Fahrzeug, d. h. es erzeugt keine lokalen Emissionen. Da sich Wasserstoff zudem aus regenerativen Energiequellen wie z. B. Wind- und Sonnenkraft gewinnen lässt, ist er auch unter Umweltaspekten ein idealer Kraftstoff.

Die Ford Motor Company hat Ende 1999 alle Elektrofahrzeug- und Brennstoffzellenaktivitäten unter dem Schirm der Marke "TH!INK-Group" zusammengefasst. Ford ist damit weltweit der einzige Automobilhersteller, der eine eigene Marke für die Entwicklung, das Marketing und den Vertrieb von emissionsfreien - und damit besonders umweltfreundlichen - Fahrzeugen geschaffen hat. In Europa spielt das Ford Forschungszentrum Aachen innerhalb des weltweiten Konzernverbundes eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie.

Rudi Kunze, Leiter des FFA, sagte während des Workshops: "Es ist noch ein weiter, aber lohnenswerter Weg, bis Brennstoffzellenantriebe im Preis und in der Haltbarkeit mit Verbrennungsmotoren konkurrieren können. Daher forcieren wir auch weiterhin die Entwicklung von High-Tech-Verbrennungsmotoren wie dem direkteinspritzenden Ottomotor".

Direkteinspritzender Ottomotor

Ford hat das Prinzip der Direkteinspritzung erfolgreich vom Diesel auf den Ottomotor übertragen. Der direkteinspritzende Ottomotor mit dem Ford-internen Kürzel DISI (Direct Injection Spark Ignition) ist im Fahrbetrieb um ca. 10 bis 15 Prozent sparsamer als vergleichbare konventionelle Benziner. Das größte Einsparpotential bietet der DISI-Motor im Stadtverkehr (ca. 20 Prozent).

In Kombination mit einem automatisierten Getriebe und der Verwendung spezieller Schaltstrategien, wie künftig geplant, lassen sich weitere Kraftstoff-Einsparpotentiale erschließen. Dabei schaltet das Getriebe unter niedriger Last früh in den nächst höheren Gang und bleibt somit im jeweils günstigsten Drehzahlbereich des Motors. Weiter nutzbares Potenzial zur Einsparung von Kraftstoff ergeben sich durch die Verwendung von rollwiderstandsoptimierten Reifen, reibungsarmen Bremsen sowie durch einen modifizierten Kühlkreislauf.

Der DISI-Motor ist nach Euro 4 zertifiziert, also nach der besonders strengen Abgasnorm, die erst im Jahr 2005 in Kraft tritt.

Die Direkteinspritzung wird derzeit an Dreizylinder-Ottomotoren im Ford Fiesta erprobt. Die Versuchsmotoren verfügen über 1,1 Liter Hubraum und leisten 75 PS.

(9. März 2001)

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